Von Hessen zur Jagd nach Schweden

Wir waren im Oktober dieses Jahres zur Elchjagd in Schweden. Quartier bezogen hatten wir auf unserer Fahrt in Fegen (Südschweden), in einem Vandrarhem (Wadererheim), nachdem wir über Puttgarden mit der Fähre in Rödby (Dänemark) gelandet waren. Weiter ging es über die Öresundbrücke, durch den Tunnel bis zur Grenze nach Schweden. Dort nahm uns die Verwalterin am Zielort Fegen in Empfang, bis dorthin waren es etwa 950 Kilometer mit den Pkws.

Nach einem ausgiebigen Frühstück steuerten wir unsere vier Geländewagen in Richtung Norden über die Route 26, erreichten die Inlandstraße (Inlandsvägen) und fuhren durch eine atemberaubende Naturlandschaft. Elche an den Straßenrändern, ein Bär, der die Fahrbahn überquerte und Auerwild bekamen wir zu Gesicht. Weite Seen und malerische Dörfer säumten den Weg.Nach zwei Tankstops und weiteren 700 Kilometern erreichten wir Ytterhogdal und unser Gästehaus mit dem Namen „Birkental“, unweit eines Sees auf einer kleinen Anhöhe.

Dort erwartete uns eine junge Frau, die die Schlüsselübergabe durchführte und uns in die Räumlichkeiten einwies. Unsere Jagdkorona, bestehend aus acht Jägern, bekamen die Betten in den drei Schlafzimmern zugewiesen, Waffen und Munition konnten wir in einem Waffenschrank unterbringen..

Am nächsten Tag ging es zur Jagdbesprechung, wo uns unsere Jagdführer vorgestellt wurden. Die Einweisung über einen Beamer erfolgte im Jaktlogen (Jagdhaus) und bereits am nächsten Tag ging es zur Jagd auf den Elch.

Um 6 Uhr war Treffen angesagt und wir wurden nach einer herzlichen Begrüßung vom Ansteller zu den Ständen gefahren. Um kurz nach 8 Uhr hörte ich die Elchhunde erstmals laut geben, unterhalb meines Standes, in etwa 400 Meter Entferning hatte ein Hund einen Elch gestellt. Der Hundeführer holte mich vom Stand ab und wir pirschten gemeinsam in Richtung Hundegeläut. Unser Weg führte durch Sumpfgelände, bergauf durch eine Naturverjüngung mit reisigen Steinquardern und endete an einem See. Hier stand der Elch und wurde vom Hund an den Platz gebannt.

Der Führer gab grünes Licht, indem er den Daumen seiner linken Hand in die Höhe hielt. Ich nahm die Waffe von der Schulter, entsicherte meine Sauer und trug dem Elchbullen die 9,3 Kegelspitz auf 70 Meter Entfernung an. Wie vom Blitz getroffen fiel der Elch um, ich konnte es kaum fassen. Erst zu diesem Zeitpunkt überfiel mich das Jagdfieber. Mit einem Quad und angehängter Schlittenwanne wurde der Elch abtransportiert und von den Helfern zerwirkt.

Von unserer Jagdkorona hatten am ersten Jagdtag drei Jäger waidmannsheil auf den Elch. Am Abend kamen wir zum Ferienhaus zurück und feierten ausgiebig den ersten Jagdtag, in dem mit Birkenstämmen ausgeschlagenen Wohnzimmer. Der Kaminofen spendete nicht nur eine wohltuende Wärme, sondern tauchte die Geschichten, die ein jeder zu Berichten hatte in eine angenehme Atmosphäre.

Ich weiß nicht wann ich wieder nach Schweden fahre, aber Land und Leute, die Ruhe und die Natur haben mich fasziniert. Es muss ja nicht immer eine Jagdreise sein…

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